Santa Cruz de Tenerife sehenswürdigkeiten – wer mit der Fähre ankommt und nur den Hafen sieht, verpasst die eigentliche Stadt. Die meisten Kreuzfahrtgäste laufen die Avenida de Anaga entlang, knipsen den Auditorio und sind nach zwei Stunden wieder an Bord. Dabei liegt die Altstadt keine zehn Gehminuten entfernt, und genau dort spielt sich das echte Santa Cruz ab.
Ich habe mir vor ein paar Jahren angewöhnt, Kreuzfahrtgästen in Foren zu antworten, wenn sie nach einem Plan für den Landgang fragen. Meistens schreibe ich denselben Satz: Gehen Sie nicht die Promenade hoch und runter. Biegen Sie rechts ab in die Calle de la Noria, und Sie stehen mitten in der Fußgängerzone. Kurz gesagt: Santa Cruz ist kleiner, als die Hafengröße vermuten lässt – aber dichter, als die meisten erwarten.
Wichtige Erkenntnisse
- Die komplette Altstadt lässt sich bequem zu Fuß erkunden – von der Plaza de España bis zur Iglesia de la Concepción sind es keine 15 Minuten.
- Der Auditorio de Tenerife und der Parque Marítimo César Manrique liegen östlich der Altstadt, direkt am Wasser.
- Für den Palmetum und das Tenerife Espacio de las Artes (TEA) sollten Sie jeweils rund eine Stunde einplanen.
- Die Straßenbahn (Tranvía) fährt von der Innenstadt nach La Laguna – praktisch, wenn Sie nach dem Stadtbummel weitermöchten.
- Santa Cruz de Tenerife und Puerto de la Cruz sind zwei völlig verschiedene Städte im Norden bzw. Südosten der Insel. Verwechseln Sie die beiden nicht.
- Wer morgens um zehn ankommt, hat bis zum späten Nachmittag genug Zeit für Altstadt, Markt, Wasserfront und eine Pause in einer der Cafeterías.
Was Sie in Santa Cruz auf keinen Fall verpassen sollten
Fangen wir mit dem an, was die meisten zuerst suchen: die Plaza de España. Sie ist der größte Platz der Stadt und war früher ein Festungsvorfeld, heute ist sie ein offener, heller Raum mit einem Wasserbecken in der Mitte. Von hier aus sehen Sie schon die Kuppel der Kirche nebenan und die Berge im Hintergrund. Und dann? Direkt hinter der Plaza beginnt die Calle del Castillo, die Fußgängerzone. Sie zieht sich etwa einen Kilometer durch die Innenstadt, vorbei an Geschäften, Apotheken, Cafés und dem einen oder anderen alten Gebäude mit Holzfassade.
Der Mercado de Nuestra Señora de África liegt etwas westlich der Fußgängerzone, gleich hinter der Plaza de España. Wer einmal durch die Obst- und Gemüseabteilung gelaufen ist, versteht, warum die Kanaren als „Inseln des ewigen Frühlings" gelten: Papayas, Mangos, kleine Bananen, dazu Fisch und Fleisch. Ehrlich gesagt, ich gehe dort jedes Mal mindestens eine halbe Stunde verloren, ohne etwas zu kaufen.
Auditorio de Tenerife – das Wahrzeichen am Wasser
Das Auditorio de Tenerife Adán Martín ist das Gebäude, das auf jedem zweiten Teneriffa-Postkartenmotiv auftaucht. Entworfen hat es der Architekt Santiago Calatrava, 2003 wurde es eröffnet. Die geschwungene Betonschale mit der auffälligen Wellenform steht direkt an der Küste am östlichen Rand der Altstadt. Sie können das Gebäude von außen jederzeit ansehen – für Konzerte und Veranstaltungen brauchen Sie natürlich Tickets. Für einen Fotostopp vom Wasser aus lohnt sich der Weg über die Avenida de la Constitución.
Iglesia de la Concepción – die älteste Kirche der Stadt
Die Iglesia de la Concepción stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist die älteste Pfarrkirche von Santa Cruz. Der Turm ist das, was viele sofort erkennen: er sieht aus, als hätte man ihn von einem anderen Gebäude abgeschnitten und oben draufgesetzt. Genau das ist im Kern auch passiert – der ursprüngliche Turm wurde bei einem Unwetter zerstört und später in veränderter Form wieder aufgebaut. Der Eintritt ist günstig, das Innere ruhig, und wer mag, steigt auf den Turm. Die Aussicht über die Dächer lohnt die enge Treppe.
Santa Cruz Teneriffa Altstadt: ein Rundgang, der wirklich funktioniert
Ich habe den Rundgang inzwischen so oft beschrieben, dass ich ihn auswendig kann. Er dauert je nach Tempo zwischen zwei und vier Stunden – ohne Museumspausen eher zwei, mit Palmetum und TEA gut vier.
- Start an der Plaza de España. Von hier aus haben Sie den besten ersten Überblick. Das große Wasserbecken im Zentrum ist ein beliebter Treffpunkt.
- Weiter in die Calle del Castillo – die Fußgängerzone. Wer shoppen will, bleibt hier. Wer nicht, geht einfach durch und schaut sich um.
- Iglesia de la Concepción. Von der Fußgängerzone sind es keine fünf Minuten zu Fuß.
- Danach die Plaza de Candelaria mit dem Denkmal für die Virgen de Candelaria, der Schutzpatronin der Kanaren.
- Weiter zur Avenida de Anaga und zum Wasser. Wer mag, geht jetzt zum Auditorio – etwa 15 Minuten zu Fuß.
- Zum Schluss entweder Palmetum (botanischer Garten mit Palmen aus aller Welt, auf einem ehemaligen Müllberg angelegt) oder Tenerife Espacio de las Artes (TEA), das Museum für zeitgenössische Kunst direkt an der Schlucht Barranco de Santos.
Was mir an diesem Rundgang gefällt: Er funktioniert in beide Richtungen. Wer es lieber ruhig angeht, dreht ihn um und startet am Wasser. Am späten Nachmittag ist die Altstadt ohnehin angenehmer als mittags – die Sonne steht dann nicht mehr so steil über den Gassen.
Santa Cruz Teneriffa Altstadt Karte – brauchen Sie das wirklich?
Kurz gesagt: nicht zwingend. Die Altstadt ist so kompakt, dass Sie sich mit einer einfachen Orientierung zurechtfinden. Die Fußgängerzone Calle del Castillo verbindet Plaza de España und Plaza de Candelaria, alles andere liegt seitlich davon. Eine Karte auf dem Handy hilft trotzdem, wenn Sie zum Palmetum oder zum TEA wollen, weil die Wege dorthin etwas weniger offensichtlich sind. Papierkarten bekommen Sie in der Tourist-Info an der Plaza de España, dort gibt es auch Stadtpläne mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten eingezeichnet.
Santa Cruz de Tenerife auf eigene Faust – geht das?
Ja, und ehrlich gesagt ist das der beste Weg. Santa Cruz ist keine Stadt, die man aus dem Busfenster versteht. Die Entfernungen sind kurz, die Wege klar, und wer sich einmal verlaufen hat, findet innerhalb weniger Minuten wieder zurück in die Fußgängerzone.
Ein Fehler, den ich anfangs gemacht habe: Ich bin mit dem Auto in die Innenstadt gefahren und habe dann 40 Minuten einen Parkplatz gesucht. Die Parkhäuser rund um die Plaza de España und die Calle del Castillo sind zwar vorhanden, aber teuer und am Wochenende schnell voll. Besser: Parken Sie außerhalb, zum Beispiel an der Haltestelle der Tranvía in La Laguna, und fahren Sie mit der Straßenbahn oder dem Bus in die Stadt. Die TITSA-Buslinien verbinden Santa Cruz mit praktisch jedem größeren Ort der Insel.
Santa Cruz de Tenerife Fußgängerzone – was Sie dort erwartet
Die Calle del Castillo ist das Herz der Fußgängerzone. Sie ist keine reine Shoppingmeile, auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht. Zwischen den Läden gibt es historische Gebäude, kleine Plätze und immer wieder einen Durchgang zu einer der Querstraßen. Wer ein paar Schritte seitlich abbiegt, landet in ruhigeren Gassen mit Cafés und Tapas-Bars, in denen vor allem Einheimische sitzen. Das ist der Teil, den die Postkarten nicht zeigen – und genau deshalb der interessanteste.
Santa Cruz de Tenerife Geheimtipps – abseits der Hauptrouten
Was die wenigsten wissen: Santa Cruz hat eine eigene kleine Kunstszene, die sich in den letzten Jahren rund um das TEA entwickelt hat. Das Museum ist kostenlos, zumindest für die Dauerausstellung, und selbst an Wochenenden selten überlaufen. Der Innenhof mit dem Wasserbecken ist einer der ruhigsten Orte der Stadt.
Ein zweiter Tipp: die Biblioteca Municipal an der Plaza de España. Klingt unspektakulär, ist es aber nicht – das Gebäude ist ein ehemaliges Kloster, und der Innenhof ist für jeden zugänglich.
Strand und Meer in Santa Cruz
Direkt an der Stadt liegen die Playa de las Teresitas und die Playa de la Candelaria. Die Teresitas ist der bekanntere Strand, mit gelbem Sand, der vor Jahrzehnten aus der Sahara herangeschafft wurde. Sie erreichen ihn mit dem Bus in etwa 20 Minuten. Die kleine Playa de la Candelaria liegt näher an der Innenstadt, ist aber steinig. Für einen kurzen Abstecher reicht sie trotzdem.
Die Stadtviertel im Vergleich – wo lohnt sich welche Zeit?
| Viertel | Was Sie dort finden | Zeitbedarf |
|---|---|---|
| Altstadt (Casco Antiguo) | Plaza de España, Calle del Castillo, Iglesia de la Concepción, Mercado | 2–3 Stunden |
| Wasserfront Ost | Auditorio, Parque Marítimo César Manrique, Avenida de Anaga | 1–2 Stunden |
| Viertel um das TEA | Tenerife Espacio de las Artes, Barranco de Santos, Bibliothek | 1 Stunde |
| Palmetum | Botanischer Garten auf ehemaliger Deponie, Blick über die Stadt | 1,5 Stunden |
| Strandzone | Playa de la Candelaria, Anfahrt zur Playa de las Teresitas | je nach Ziel 1–3 Stunden |
Häufige Fragen zu Santa Cruz de Tenerife
Wie viele Tage sollte man für Santa Cruz einplanen?
Ein Tag reicht für die Altstadt, die Wasserfront und eine Pause. Wenn Sie den Palmetum, das TEA und einen Strandtag dazunehmen, werden daraus bequem zwei Tage. Drei Tage sind großzügig, aber nicht verschwendet, wenn Sie noch die Umgebung – La Laguna, den Norden oder den Teide – mitnehmen wollen.
Ist Santa Cruz de Tenerife zu Fuß zu erkunden?
Die Innenstadt ja, ohne Frage. Die Wege zwischen Plaza de España, Fußgängerzone, Kirche und Mercado sind kurz und flach. Für den Auditorio und den Palmetum laufen Sie jeweils 15 bis 25 Minuten, oder Sie nehmen ein Taxi. Für die Strände außerhalb brauchen Sie Bus oder Auto.
Was kostet ein Stadtrundgang in Santa Cruz?
Er kostet nichts, wenn Sie zu Fuß gehen. Der Eintritt in die Iglesia de la Concepción ist gering, das TEA ist in der Dauerausstellung kostenlos, der Palmetum verlangt einen kleinen Eintritt. Ein Kaffee in der Fußgängerzone liegt bei etwa zwei bis drei Euro. Ein Tag in Santa Cruz ist damit einer der günstigsten auf der ganzen Insel.
Warum Santa Cruz mehr ist als ein Hafenstopp
Ich habe lange gebraucht, um Santa Cruz richtig zu mögen. Die ersten Male bin ich durch die Fußgängerzone gelaufen, habe mir die Kirche angesehen und gedacht: ganz nett, aber nichts Besonderes. Erst als ich angefangen habe, die Querstraßen zu nehmen, im Mercado einzukaufen und mich einfach eine Stunde auf die Plaza de España zu setzen, habe ich verstanden, was diese Stadt ausmacht.
Sie ist keine Kulisse. Sie ist ein Ort, an dem Menschen arbeiten, einkaufen, streiten, Kaffee trinken. Der Carneval im Februar macht das jedes Jahr aufs Neue deutlich – dann gehört die Stadt für zwei Wochen komplett sich selbst. Und wer im Sommer kommt und nur den Auditorio fotografiert, hat genau das verpasst, was Santa Cruz sehenswert macht. Vielleicht ist der beste Tipp deshalb der einfachste: Nehmen Sie sich keinen Plan vor. Gehen Sie los und schauen Sie, wo Sie landen. Die Altstadt ist klein genug, dass Sie sich nicht ernsthaft verlaufen können.